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Vision Gesundheitshaus nach Anthony William – wenn 30 Jahre alte Träume doch noch Formen annehmen

Bild von cocoparisienne auf Pixabay

Heute möchte ich dich mitnehmen auf eine kleine Reise und dir davon erzählen, wie es dazu kam, dass meine 30 Jahre alte Vision plötzlich Fahrt aufnimmt.

Ich gelte als das, was man umgangssprachlich «chronisch krank» nennt und das jetzt schon seit über 30 Jahren. Ich habe Morbus Crohn mit einem besonders aggressiven Verlauf (nach AW würde man sagen, ich habe extrem hohe virale und toxische Belastungen, welche die wahre Ursache für Morbus Crohn sind), so dass ich immer wieder, oft auch während mehreren Monaten am Stück, in verschiedenen Krankenhäusern in In- und Ausland lag. Die Symptome und die über 60 mehr oder weniger erfolgreichen Operationen führten dazu, dass ich viele Jahre ein Pflegefall war. Da Trinken und Essen zu starken Schmerzen, heftigen Durchfällen und Erbrechen führte, hatte ich starkes Untergewicht und war auf medizinische Hilfe angewiesen. Viele Jahre spritzte ich mir selber Morphium, um die Schmerzen irgendwie auszuhalten. In diesen Jahren in Krankenhäusern habe ich viel gelernt; über mich selbst aber auch über das Gesundheitssystem, das mindestens so krank war, wie ich. Ich erlebte an vorderster Front, dass sehr Vieles nicht so läuft, wie man es sich wünschen würde als Kranke. Als Magen-Darmkranke durfte ich zum Beispiel nicht mitbestimmen, was ich zu essen bekam. Das bestimmte eine Diätassistentin für mich, in Absprache mit einem Arzt (der wohlgemerkt von Ernährung nicht mehr wusste als ein Lastwagenfahrer), nach Schema X. Dass mir dieses Essen nicht guttat, interessierte niemanden, es gab keine Optionen für eine Individualisierung. Ich fragte immer nach Gemüse und Salaten, weil ich wusste, dass es mir immer sehr guttat und den Darm beruhigte. Auf ihrem Schema stand aber, dass das bei meiner Krankheit zu mehr Beschwerden führen könnte und deshalb nicht erlaubt ist und schon gar nicht nach Operationen. Ich war also gezwungen, jeden Tag Dinge zu essen, von denen ich wusste, sie tun mir nicht gut. Hätte ich nicht meine Mutter gehabt, die mir regelmässig Nahrungsmittel ins Zimmer schmuggelte, wäre ich total verzweifelt.

Katastrophales Essen im Krankenkhaus

Damals lag ich im Bett und wusste, ich bin hier völlig falsch! Aber wo sollte ich hin? Es wurde mir oft geraten, ins Pflegeheim zu gehen, aber auch da gehörte ich als 20jährige nicht hin; abgesehen davon ist auch dort die Ernährung, sagen wir mal, verbesserungswürdig. Die Bestätigung, dass es nicht an meinen, zugegeben sensiblen, Geschmacksknospen lag, sondern das Essen in Spitälern wirklich katastrophal war, gab mir eine ältere Bauersfrau. Wir sassen beim lieblos zubereiteten, verkochten, kalten, faden Essen. Es schmeckte, wie immer, fürchterlich. Da schaute sie mich an und sagte: «So einen Frass geben wir zuhause nicht mal unseren Säuen!» Wir lachten beide, was blieb uns anderes übrig?

Es gab keinen Ort, kein Heim, das mich aufgenommen hätte zur Langzeitpflege mit gesunder Ernährung und liebevoller Pflege, in dem ich meine Verantwortung für mein gesamtes Leben an der Türe nicht hätte abgeben müssen, wie in einem Spital. Ich wurde aus zwei Spitälern rausgeworfen, weil ich meine Behandlungen mitbestimmen wollte. Als Pharma-Assistentin kannte ich alle Medikamente und wenn ich Eines nicht vertrug, schlug ich den Ärzten ein Anderes vor, wenn sie selber nicht auf die Idee kamen. Oder ich lehnte gewisse Medikamente ganz ab, weil sie für mich keinen Sinn ergaben, sie zu nehmen. Solch Mitspracherecht ist im Spital gar nicht gern gesehen. Mir wurde unterstellt, ich boykottiere die Therapie und wolle nicht gesund werden; ich solle das Spital doch bitte verlassen, so könnten sie mir nicht helfen. Mit 21 sagte ein Arzt das erste Mal zu mir, dass ich bald sterben würde. Seither hörte ich das mit Regelmässigkeit von verschiedenen Ärzten. Ich wurde bei der Visite sogar schon begrüsst mit: «Ah, sie leben ja immer noch! Dann wird es nicht mehr lange gehen».

Wenn es keinen Ort für mich gibt, muss ich ihn mir selber schaffen!

Also lag ich im Bett und dachte mir: «Mirjam, falls du je hier aus diesem Chaos rauskommst, dann sorgst du dafür, dass in Zukunft niemand solche Sachen erleben muss, wie du.» Ich träumte von einem Haus mit achtsamer Pflege und leckerer Ernährung, mit klarem Fokus auf Gesundheit auf allen Ebenen. Die Vision eines Gesundheitshauses war geboren! Aber noch liess es meine Gesundheit nicht zu, sie weiter zu verfolgen.

Es verstrichen 30 Jahre, bis ich diese Vision wieder ausgraben sollte. Inzwischen habe ich eine Ausbildung als Naturheilpraktikerin TEN und diverse andere Ausbildungen im Gesundheitsbereich gemacht und ernähre mich bald 3,5 Jahre nach Anthony William (AW). Nach langem Suchen hat mich sein Weg, die Ursachen von Krankheiten anzugehen am meisten inspiriert und überzeugt. Ich wusste sofort, das ist, was ich schon immer gesucht habe; das ist das fehlende Puzzleteil! Und so wuchs meine Vision, denn natürlich sollte dieses wertvolle Wissen unbedingt mit einbezogen werden. Aber ich wollte warten, bis es mir besser ging, ich nicht mehr so erschöpft war. Das war leider nie der Fall und so traute ich mich gar nicht mehr, an meine Vision zu glauben.

Die Wende

Bis zu einer Sitzung mit meiner intuitiven Traumatherapeutin Carmen Blumer www.carmenblumer.rocks. Sie sprach mich darauf an, dass ich eine Vision hätte und dass es jetzt Zeit sei, diese Vision anzugehen. Ich schmunzelte leicht verzweifelt innerlich und dachte mir, diese Vision ist so gross und mein Körper so schwach, wie, um Himmels Willen, soll ich das angehen, wo anfangen, wie finanzieren? Ich stand vor einem vermeintlich unlösbaren Berg und wusste nicht, wie ich das angehen sollte. Ich hatte immer gehofft und gewartet, dass es mir besser ginge. Der Darm gibt zwar Ruhe, seit ich ein Ileostoma gelegt bekommen habe aber ich leide noch immer an den Folgen von verpfuschten Operationen, an offenen Wunden, Entzündungen, Konzentrationsschwäche, Erschöpfung und Gehirnnebel. Und so fuhr ich nach dieser Sitzung nach Hause und wusste erstmal nicht viel mit Carmens Anregung anzufangen. In den nächsten Tagen machte ich mir dann aber wieder vermehrt Gedanken darüber und erzählte einer Freundin davon. Sie hörte mir aufmerksam zu und sagte dann, dass dies eigentlich mit ihrer eigenen Vision perfekt zu vereinbaren wäre. Sie erzählte mir, dass sie sich selbständig machen und ein Seniorenheim oder Heim für Demenzkranke eröffnen wollte. Das liesse sich ja ganz einfach in ein AW-Gesundheitshaus umwandeln! Sie ermutigte mich ebenfalls, meine Vision zu Papier zu bringen und einfach mal aufzuschreiben, was da so Alles dazugehören soll. Also nahm ich Stift und Papier und schrieb mein Konzept auf, das Motto, das Zielpublikum, das Angebot und welches Personal es brauchen würde. Meine Vision nahm endlich Form an und meine Ideen sprudelten frei heraus! Auf jeden Fall bräuchten wir ein AW-Restaurant, das für Alle offen ist, evt. einen kleinen Supermarkt nur mit Lebensmitteln, die AW-konform sind, wir könnten Seminare anbieten, Retreats, Ausbildung für Ärzte, Kurse für AW-Einsteiger, Weiterbildung für Gesundheitsbotschafter nach AW, Meditationen und …. Es hörte gar nicht mehr auf! Und so nahm es mehr und mehr Form an.

Inzwischen habe ich nochmals Jemanden gefunden mit der exakt gleichen Vision. Wir haben uns zusammengetan, bauen Luftschlösser aber bereiten jetzt auch schon konkrete, nächste Schritte vor. Mein Herz hüpft seit langer Zeit wieder, weil ich wieder eine Perspektive habe, ein Ziel, wofür es sich zu durchhalten lohnt!

Was ich dir unbedingt mitgeben möchte:

Hast auch du Visonen, von denen du denkst, du seist zu schwach oder zu blöd oder zu wasweissich? Grabe deine alten Visionen aus, male sie bunt an, glaube an sie und geh sie Schritt für Schritt an. Teile sie anderen mit, damit sie wachsen und gedeihen können und plötzlich ist das vorher Unmögliche doch möglich! Darin liegt so unendlich viel Kraft. Gerade uns chronisch Kranken hilft es, den Fokus auf etwas Kreatives, Schönes zu legen. Unser Alltag ist geprägt von Schmerz, Einschränkung und oft auch Frust. Da kann man nicht immer nur positiv denken und es ist ok, auch einfach mal Alles Scheisse zu finden. Aber dann geht’s wieder weiter, Schritt für Schritt auf der Reise. Holen wir uns unsere Visionen und Kraft zurück!

Mirjam Hill

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Dina am 19. Juli 2021 um 23:30

    Das klingt wundervoll, liebe Mirjam! Ja, Visionen können wahr werden!
    Ich freue mich sehr…
    Herzliche Grüsse, Dina

    • Veröffentlich von Mirjam Hill am 20. Juli 2021 um 10:27

      Liebe Dina, vielen Dank für dein Feedback. Ja, das können sie tatsächlich, wenn man ihnen eine Chance gibt. 🙂 Liebe Grüsse, Mirjam

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